L-Mag Service

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1. August 2010 – 01:28 Keine Kommentare
Gay Games 2010

Let the games begin!

Köln. 1.00 Uhr/2,5 Stunden nach der Eröffnungsfeier.

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Taylor Dayne stand am Ende inmitten von Feuerwerk und Fackelträgern, sang den Gay Games Song „Facing a miracle” und es war geschafft. Die Games waren mit Herzblut, einer Prise US-amerikanischem Pathos und einer gelungen Show eröffnet worden.

Die geniale Idee der Gay Games und die professionell produzierte Show gewannen am Ende.  Denn die Feier  kämpfte anfangs gegen die fehlende Stimmung angesicht vieler leerer Sitzplätze im Stadion. Nach dem Einmarsch der teilnehmenden Länder füllten sich die Ränge etwas mehr. Doch der Abend schrammte an einem Eklat vorbei, als Guido Westerwelle, Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik sowie Schirmherr der Games, seine Rede hielt. Offensiv sprach er (in einem überraschend fließendem Englisch) von seinem „partner” und dankte den „generations, who have fought for our freedom!“. Zwiegespalten war dabei das Publikum. Der deutschsprachige Teil sah überwiegend den Parteipolitiker der FDP und pfiff und buhte ausgiebig. Kurz vorm Kippen der Stimmung erlöste der englischsprachige Teil des Publikums Westerwelle und jubelte dem ranghöchsten Politiker, der jemals die Gay Games eröffnete, begeistert zu. IMG_0040 IMG_0042

Ein Garant für die gute Atmosphäre im RheinEnergieStadion waren dagegen die gastgebenden Kölner und Kölnerinnen. Sie scheinen ein ganz eigenes Bundesland zu bewohnen, in dem jede Gelegenheit zum Mitklatschen und Singen der Stadt-Hymne „Viva Colonia” genutzt wird. Vor dem Stadion machten dann die männlichen Cheerleader, die schon den hübschen und sportiven Rahmen der Show gebildet hatten, aus der Not eine Tugend: Mit einem Lächeln und einem „Support your community!“ riefen sie zu Spenden auf – wohl eine erste Reaktion auf die leeren Sitzplätze im Stadion.

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In der Tram zurück in die Innenstadt wurde dann wieder gesungen. Eine Kölner und eine Amsterdamer Gruppe lieferte sich einen nicht enden wollenden Battle. Die Tram stand sowieso und bewegte sich keinen Millimeter mehr vorwärts. Als die Kölner schließlich  zu einem „Tulpen aus Amsterdam” anhoben, und fröhliche Fußgänger winkend an uns Gefangene der Tram Richtung Moltkestrasse vorbeizogen, ergab auch ich mich:„Viva Colonia …” Die Stimmung stieg.

Gruß aus Kölle

gf

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31. Juli 2010 – 16:21 Keine Kommentare
Gay Games 2010

I am part of it

Köln/ 14:30 Uhr. Ankunft am Hauptbahnhof. Sah man beim Einfahren in den Bahnhof schon die erste Games Cologne Flagge am Straßenrand wehen, herrscht auf dem Domplatz vor dem Bahnhof das gewohnt bunte Treiben. Angesichts einer Gruppe schwarzgekleideter Teenager würde man am ehesten ein Gothic Festival an diesem Wochenende in der Stadt vermuten, kaum sichtbare Schwule und Lesben weit und breit.

Wo sind sie nur so schnell hin? Im Zug aus Berlin waren etliche stramme Waden zu sehen, vereinzelte Team Berlin Shirts,  und geschlechtergetrennte Kleingruppen mit großem Gepäck. Überhaupt war der Zug SEHR VOLL, so dass die heterosexuelle Mehrheit rätselte, ob wohl die Ferien (erneut) begonnen hätten, oder was sonst der Grund dafür sein könnte … Einzelne Frauen und Männer lächelten sich dabei geheimnisvoll zu. Konnten ja die anderen nicht wissen, dass sie zum größten internationalen schwullesbischen Sportereignis, den Gay Games, nach Köln unterwegs waren.

Spätestens am Neumarkt zeigt die Community dann Präsenz. Hier steht eines der beiden Villages. Die Regenbogenflagge weht, Kinder spielen, es wird geklönt und gegessen, sieht alles sehr gemütlich aus. Volunteers in orangenen T-Shirts stehen herum, darauf der Slogan: I am part of it. Be part of it ist ja schließlich das einladende Motto der diesjährigen Games.

Verpasst habe ich bereits den traditionellen Memorial Lauf um 12 Uhr – 5 km Laufen für alle, ohne Anmeldung. Was heute noch ansteht ist natürlich die Eröffnungsfeier im RheinEnergieStadion und diverse Partys danach. Darunter die Eröffnung der L-MAG Tanzbar in der Mathiasstraße.

Morgen fangen dann die ersten Sportwettkämpfe an. Vieles findet rund ums RheinEnergieStadion statt, vom einen zum anderen Village ist es nur ein kurzer Fußweg in der Stadt. Könnten die gemütlichsten Spiele ever werden …

Gruß aus Köln,

gf

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30. Juli 2010 – 12:06 Keine Kommentare
Gay Games 2010

Gay Games in den Startblöcken

Morgen geht es los. Die Gay Games starten im RheinEnergieStadion in Köln mit der Eröffnungsfeier. Wir starten auch: mit dem Blog!

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4. Mai 2010 – 14:50 Keine Kommentare
Allgemein

Schöner Warten: L-MAG traf Bianca von CocoRosie

In der aktuellen L-MAG Mai/Juni erzählt Bianca von CocoRosie von ihrem neuen Album und ihrer ganz eigenen Weltsicht.
Autorin Christine Müller über das Interview –  und mit einem Audio-Schnipsel vom Interview.

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Es ist einer dieser wenigen sonnigen Tage im März. Ich mache mich auf den Weg für das Interview mit Cocorosie. Da klingelt mein Handy. Es ist das Plattenlabel. Ich erfahre, dass die beiden Musikerinnen noch nicht aufgetaucht sind. Der Termin wird um zwei Stunden verschoben. Ich denke mir, ok, sie werden gefeiert haben gestern. Da kann 12 Uhr schon ein bisschen früh sein. Und ich kann in Ruhe einen Text zu Ende schreiben. 13.30 Uhr, wieder klingelt mein Handy. Ein zerknirschter Anruf vom Label: „Jetzt sind sie erst angekommen, könntest du eine Stunde später herkommen?“ Jetzt bin auch ich ein wenig genervt, vermute aber einen Praktikanten am Telefon, der zu dem Anruf abkommandiert wurde und für die Situation am allerwenigsten kann. Zum Glück habe ich mir den Nachmittag freigehalten. Ich mache mich also auf den Weg in Richtung Kreuzberg, fürchte einen dritten Anruf, gar eine Absage. Der dritte Anruf kommt tatsächlich. Zwischenzeitlich sitze ich aber schon mit einem Kaffee in der Sonne, habe etwas zu lesen mit und irgendwie das Gefühl, dass Cocorosie mir einen sehr entspannten Nachmittag schenken.

Und entspannt ist dann auch das Interview, das irgendwann tatsächlich stattfindet. Auf Grund der großen Nachfrage haben sich die beiden Schwestern aufgeteilt. Ich habe das Vergnügen, Bianca zu treffen. Heute trägt sie einen angeklebten blauen Bart, ein Batik-Sweatshirt und Jeans. Wir reden über die neue Platte, Inspiration, ihren Lebensstil und darüber, wie sie sich derzeit selbst definiert: lesbisch oder queer – so sicher ist sich Bianca da gerade nicht.
So cool und abgeklärt wie Bianca sonst auftritt, so „authentisch“ – um dieses Wort eben doch zu gebrauchen – wirkt sie. Sie lässt sich Zeit mit den Antworten und das angenehme ist, dass ich das Gefühl habe, dass sie keine abgespeicherten Antworten herunterspult. Obwohl am Ende des Gesprächs die anderen Journalistenkollegen schon mit den Füßen scharren, Bianca lässt sich noch für die L-Kampagne von L-MAG ablichten. Übrigens: die nächsten Tage regnete es ständig.

Hier der Interviewschnipsel zum Hören: bianca_final

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18. April 2010 – 23:50 3 Kommentare
L-Beach 2010

L-eider vorbei: L-anger Abschied vom L-Beach

Zum Glück ging es meiner Reisegruppe wie mir: wir konnten uns einfach nicht vom Ostseestrand trennen und zögerten die Abreise Stunde um Stunde hinaus. Der Plan steht: nächstes Jahr hängen wir noch einen Tag dran! Heute aber mussten wir dann doch auf den Bowlingabend verzichten, zu dem uns Jenny Shimizu eingeladen hatte.

Wir selbst wurden aber auch versetzt: von Leisha Hailey, die enttäuschenderweise Star-Allüren zeigte. Sie tauchte zwar zum vereinbarten Interview-Termin auf, aber nur um ihn abzusagen: sie sei so unvorstellbar müde, dass sie sofort weiterschlafen müsse. Dabei hatte unsere wackere L-MAG-Reporterin Maike das Interview sogar noch rücksichtsvoll um eine Stunde nach hinten verschoben, als sie Leisha und ihre Band gegen 6 Uhr morgens im L-Club traf.

Andere Musikerinnen waren da wesentlich energiegeladener. Am Nachmittag veranstalteten JD Samson und Ginger Brooks Takahashi von MEN und Jenny Shimizu einen Schlussverkauf am Merchandising-Stand, tatkräftig unterstützt von Amy Ziff von BETTY, die ihre eigenen CDs und T-Shirts dank ihres Marktschreierinnen-Talents längst unters L-Volk gebracht hat. Und Elli Erl war so begeistert, dass sie ankündigte, im nächsten Jahr auch auf eigene Faust anzureisen, falls sie nicht wieder gebucht werden sollte.

Ein Wort noch zum L-Wort: Auch wenn wohl die meisten der über 4000 lesbischen Besucherinnen der Meinung waren, sich auf einem Lesben-Event zu befinden und auch die “Bild am Sonntag” heute vom “größten Festival homosexueller Frauen” schrieb, ist L-Beach offiziell ein Frauen-Festival, das auch die heterosexuelle Orientierung nicht ausschließen will. Ob im Dienste der Sichtbarkeit nicht auch mal das so genannte L-Wort beim Namen genannt werden sollte, oder ob – wie von L-Chefin Claudia Kiesel befürchtet – interessierte Hetero-Frauen sich von dem Wort “lesbisch” im Festival-Kontext abschrecken ließen – das wurde nicht nur auf der L-Beach-Pressekonferenz heiß diskutiert.

Und so viel zum Thema Heteros: “We need straight people. They make new lezzies.” (Elizabeth Ziff von BETTY).

Und so viel zum Thema lesbisches Sichtbarkeit: “Manchen sieht man’s ja auf vier Meter Entfernung an, aber manche sind richtig nett. Und so jung.” (Resümee eines Rentners nach einem Spaziergang durch das Festivalgelände)

Tag 3 am Merchandising-Stand2

Schlussverkauf am Merchandising-Stand

Gruppenfoto2

Schlussbild am Weissenhäuser Strand

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18. April 2010 – 10:35 1 Kommentar
L-Beach 2010

Lesben im Leisha-Rausch

Selten wurde eine Band so gefeiert, deren Songs kaum jemand kannte: Als gestern kurz nach halb zwölf Leisha Hailey mit ihrer Band “Uh Huh Her” die Bühne betrat, gab es im L-Circus kein Halten mehr: Alice aus The L Word war hier, ganz nah bei uns, und da ist die Musik doch zweitrangig. Schade nur, dass die sympathischen Musikerinnen von Anatomie Bousculaire, die fast zeitgleich in der L-Hall auftraten und ein tolles Konzert boten, mit 200 Zuschauerinnen vorlieb nehmen mussten. Auch MEN hatten das Pech, in diesem Raum mit seinem ganz eigenen  Tanzschulen-Abschlussball-Flair spielen zu müssen. Das Publikum, darunter auch alle drei BETTYs, machten das Beste draus und hatten viel Spaß.

Elizabeth Ziff von BETTY, Komponistin des L Word-Titelsongs, hatte schon auf der Pressekonferenz von der guten Stimmung des Festival und dem angenehmen Mix des Publikums geschwärmt. L-Beach sei besser als Dinah Shore – na, das geht doch runter wie die kleinen Wodka-Mix-Getränke, die es hier als Werbegeschenk gab.

Leisha Hailey hingegen machte sich rar und wollte bisher keine Interviews geben. Lieber ging sie zur Pool-Party, verlor dort keine Zeit und steckte einer Frau ihre E-Mail-Adresse zu. Besagte A. aus K. hatte jedoch – und jetzt stöhnen tausende Lesben auf – kein Interesse, gab den wertvollen Zettel allerdings leider auch nicht weiter.

Und wie schon vermutet: diese Nacht wurde sehr viel länger als die erste. Nachdem die Party am Vorabend nach Ende der Konzerte recht schnell eingeschlafen war, arbeitete sich die Crowd in der Schlagerbar durch vierzig Jahre Schlagergeschichte und sang lautstark jeden Song mit, bis sie schließlich um halb fünf bei Hildegard Knefs „Für dich soll’s rote Rosen regnen” angekommen war. Krachend voll war’s um diese Uhrzeit noch in der L-Lounge, wo die Charts rauf und runter gespielt wurden, und auch die Elektro- und House-DJs legten nicht nur für ihre mitgebrachten Freundinnen auf.

Kein Wunder also, dass mir vorhin in der L-Galeria nicht mehr Lesben als an einem normalen Abend in der U-Bahn begegneten. Wie’s beim Wachradeln, Bogenschießen und Yoga aussieht, muss ich euch auch heute vorenthalten – jetzt erst mal: Frühstück.

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