Zum Glück ging es meiner Reisegruppe wie mir: wir konnten uns einfach nicht vom Ostseestrand trennen und zögerten die Abreise Stunde um Stunde hinaus. Der Plan steht: nächstes Jahr hängen wir noch einen Tag dran! Heute aber mussten wir dann doch auf den Bowlingabend verzichten, zu dem uns Jenny Shimizu eingeladen hatte.
Wir selbst wurden aber auch versetzt: von Leisha Hailey, die enttäuschenderweise Star-Allüren zeigte. Sie tauchte zwar zum vereinbarten Interview-Termin auf, aber nur um ihn abzusagen: sie sei so unvorstellbar müde, dass sie sofort weiterschlafen müsse. Dabei hatte unsere wackere L-MAG-Reporterin Maike das Interview sogar noch rücksichtsvoll um eine Stunde nach hinten verschoben, als sie Leisha und ihre Band gegen 6 Uhr morgens im L-Club traf.
Andere Musikerinnen waren da wesentlich energiegeladener. Am Nachmittag veranstalteten JD Samson und Ginger Brooks Takahashi von MEN und Jenny Shimizu einen Schlussverkauf am Merchandising-Stand, tatkräftig unterstützt von Amy Ziff von BETTY, die ihre eigenen CDs und T-Shirts dank ihres Marktschreierinnen-Talents längst unters L-Volk gebracht hat. Und Elli Erl war so begeistert, dass sie ankündigte, im nächsten Jahr auch auf eigene Faust anzureisen, falls sie nicht wieder gebucht werden sollte.
Ein Wort noch zum L-Wort: Auch wenn wohl die meisten der über 4000 lesbischen Besucherinnen der Meinung waren, sich auf einem Lesben-Event zu befinden und auch die “Bild am Sonntag” heute vom “größten Festival homosexueller Frauen” schrieb, ist L-Beach offiziell ein Frauen-Festival, das auch die heterosexuelle Orientierung nicht ausschließen will. Ob im Dienste der Sichtbarkeit nicht auch mal das so genannte L-Wort beim Namen genannt werden sollte, oder ob – wie von L-Chefin Claudia Kiesel befürchtet – interessierte Hetero-Frauen sich von dem Wort “lesbisch” im Festival-Kontext abschrecken ließen – das wurde nicht nur auf der L-Beach-Pressekonferenz heiß diskutiert.
Und so viel zum Thema Heteros: “We need straight people. They make new lezzies.” (Elizabeth Ziff von BETTY).
Und so viel zum Thema lesbisches Sichtbarkeit: “Manchen sieht man’s ja auf vier Meter Entfernung an, aber manche sind richtig nett. Und so jung.” (Resümee eines Rentners nach einem Spaziergang durch das Festivalgelände)

Schlussverkauf am Merchandising-Stand

Schlussbild am Weissenhäuser Strand
















3 Kommentare
warum bucht ihr im nächsten jahr nicht mal Samantha Ronson??????????!!!!!!!!!!!!!!
Ich (als kontaktfreudige Süddeutsche) hatte mir eigentlich etwas mehr “Gemeinschaft” bei L-Beach versprochen, aber die Nachbarinnen im Bungalow haben kaum gegrüßt und morgens beim Brötchen holen ging es mir wie sonst im Urlaub: jeder schlurft vor sich hin und sagt nix. Daran könnten die Mädels nächstes Jahr meiner Meinung nach etwas arbeiten….wann trifft man sonst so viele Frauen (Lesben?) in geballter Form. Lag’s am überwiegend norddeutschen Charakter?????
Erst durch euren tollen Bericht bin ich überhaupt auf den L-Beach aufmerksam geworden. Mist, verpasst.
Nächstes Mal bin ich als L-Bitch dabei, versprochen…