Sagte ich, mein Sport seien Partys? Der wahre Sport dieser Gay Games besteht darin, den richtigen Ort zu finden. Und dann noch zur richtigen Zeit. Um es möglichst spannend zu machen, werden nämlich die Uhrzeiten der Sportveranstaltungen erst am Morgen des jeweiligen Tages im Internet bekannt gegeben. Dann kann man den Tag planen und sich auf die Suche nach der Sportstätte machen. Was sich alles andere als leicht gestaltet. Und von wegen „Spiele der kurzen Wege”, das Publikum hat auf der Suche nach dem Sport mehr Kilometer zu bewerkstelligen als die Marathonläufer.
Kein Plan - hilfreiche Beschilderung der Sportstätten im Pressezentrum
Eigentlich wollte ich heute ja zu einer meiner Lieblingssportarten, dem Eishockey. Doch das findet jwd, scheinbar schon in Holland statt. Also machte ich mich zu einer anderen Lieblingssportart auf: dem Wasserball. Als militante Nichtschwimmerin bin ich immer wieder fasziniert, wie man beim Wasserball Schwimmen und Handball spielen gleichzeitig kann – ich kann keins von beiden, geschweige denn zusammen.
- Magie beim Wasserball
Die Teams sind fast allesamt aus Nordamerika oder Australien und teilweise mit Männern und Frauen gemischt. Was die im Becken so bieten – neben ihren tollen Muskeln – ist schon allerhand.
Leider ist nicht nur die Wegweisung zuschauerunfreundlich, auch fehlende Sitzgelegenheiten machen das – zugegeben wenige –Publikum nicht froh. Dafür gibt es immer informative Durchsagen, was bei anderen Spielen schon anders war. So ist man, wenn man schon auf den teils nicht vorhandenen Rängen nicht viel sehen kann, wenigstens immer gut informiert über Spielstände und Namen der Aktiven.
Nachdem das Wetter sich gebessert hat, war auch bei der Leichtathletik die Stimmung heute ausgelassen. Hier gibt es immerhin eine ordentliche Zuschauertribüne – und neben den einzelnen Disziplinen gefühlt etwa drei Mal mehr Siegerehrungen als Sportwettkämpfe. Das Treppchen muss ja schon ganz durchgetreten sein…

Viele Sportarten sind zuschauenderweise leider nicht an einem Tag zu schaffen, denn selbst im Areal der Sporthochschule Köln in Müngersdorf liegen die Dinge zwar auf dem Plan alle nebeneinander, doch irgendwie irren alle dann doch planlos hin- und her, vor allem weil die Wettkämpfe mitunter früher vorbei sind als geplant oder doch anders anfangen. Sind eben eher amerikanisch organisierte Spiele – da müssen wir straff organisierten Deutschen einfach Geduld, Sportsgeist und gutes Schuhwerk haben.
Manuela Kay










