Cowgirls aus Seattle feiern mit Kollegen auf der Fußball-Party
Und da bin ich schon – aus dem sonnig-warmen Berlin ins regennasse Köln gereist. Sportlich wie ich bin stürze ich mich sofort rein in die Gay Games. Mein Lieblingssport: Partys! Und die erste steht schon am Nachmittag an. Das Fußball-Turnier, das von L-MAG präsentiert wird, hat seine große Party. Auf der „Football Celebration Party” wird schon vor 19 Uhr ausgelassen getanzt. Für jemanden aus Berlin unvorstellbar um diese Uhrzeit. Vor allem wenn man bedenkt, was für ein Programm die Fußballerinnen und Fußballer zu absolvieren haben. Elf Spiele seien es, wie mir eine erschöpfte Kölnerin sagte und „die Wade hat sich bereits jetzt schon verabschiedet”. Nicht so bei den anderen Aktiven, die munter tanzen und feiern. Vielleicht auch weil dies eine der wenigen wirklich gemischten schwullesbischen Partys ist. Zwar kommen alle überall rein, doch wird meist doch getrennt gefeiert.
Dazu folgender Dialog zwischen zwei Teilnehmern, den ich in einem Gang im Pressezentrum aufschnappte. Sie: „Ich muss unbedingt ins Finale kommen, will Freitag noch zur Lesbenparty”. Er: „Und was wird aus mir?” Sie: „Wieso, wir können doch woanders noch feiern.” Er: „Ich musste schon mit dir in die Blue Lounge, ich will was gemischtes”… später sah ich beide auf der Fußball Party. Das mit dem schwullesbisch ist eben nicht so einfach.
Meine Kollegin Gudrun Fertig bemängelte ja zu wenig lesbische Sichtbarkeit bei den Games. Nun, entweder sind die Mädels dank Kölsch aufgetaut oder haben nichts mehr zu verlieren … Aber auf der Fußball Party gab es so eine Art Talentshow der Aktiven. Und hier haben die Mädels sich von ihrer besten Seite gezeigt: Singende, tanzende und strippende Cowgirl-Fußballerinnen aus Seattle rockten den Laden und boten ihre Schweißbänder gegen einen Kuss feil. (Viele davon habe ich später auch an schwulen Armen gesehen. Geht also doch mit dem schwullesbisch!) Nicht weniger zeigefreudig und extrovertiert präsentierte sich das Frauenteam aus Sydney. Wie immer, sind es eher die englischsprachigen Frauen, die besser aus sich herausgehen können. Also: mehr Kölsch für die Deutschen! Zum Chor der Schiedsrichter, die „Gimme, gimme, gimme” von ABBA sangen, möchte ich nur anmerken, dass die Verzweiflung wohl groß scheint.
Der Dauerregen hat dafür gesorgt, dass die Villages, deren Öffnungszeiten wegen des großen Zulaufs ja gerade verlängert wurden, menschenleer sind. Grund also, sich ins überdachte Nachtleben zu stürzen …
Manuela Kay










