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4. August 2010 – 15:02 Keine Kommentare
Gay Games 2010

tränen!

die leichtathletinnen und leichtathleten sind ein fleissiges völkchen, ständig ist action im stadion. dazwischen immer wieder rührende momente wie eben, als eine 84-jährige teilnehmerin ihre goldmedaille überreicht bekam, sie hatte sie im 100-meter-lauf gewonnen. da kommen einem die tränen. oder wenn das ganze stadion eine 60-jährige, die in ihrer altersgruppe ganz allein läuft, die letzten 100 meter der 800-meter-distanz klatschend über die ziellinie trägt. magische augenblicke.

leider tröpfelt es jetzt schon länger von oben immer mal wieder. die fussballerinnen ficht das nicht an. sie kicken seit 14 uhr  – ganz weit draussen. denn von wegen “spiele der kurzen wege”! alles hat eben zwei seiten. die fussballer und fussballerinnen müsssen einen etxra langen weg zu ihren spielstätten zurücklegen. das fussball-turnier der frauen wird übrigens von l-mag präsentiert. “ganz weit draussen” spielen auch die hockyteams. merkwürdiger sport. doch den beteiligten scheint es spass zu machen. leider sind die teams unter sich, hierher verirrt sich kein zuschauer.

die schauen lieber anderthalb kilometer entfernt bei den synchronschwimmern zu. eben ging das einzel-synchronschwimmen zu ende. hab ich leider verpasst. zeitpläne gibt es jeweils am morgen des wettkampftages – sie hängen vor ort in den spielstätten aus. pech, wenn man dann per zufall zu spät oder zu früh kommt. das angebot ist aber auch einfach zu umfangreich … so konnte ich das rätsel nicht lösen, inwieweit die einzel-kür wirklich was mit synchronschwimmen zu tun hat. darunter verstehe ich eben mehr als einen schwimmer … genau so was hab ich dann aber doch noch gesehen. die paare und gruppen schwimmen sich grad schon mal warm. cool, was die alles können. könnte ich nicht. bedarf viele stunden harten trainings. toll, dass viele teams gemischt sind, frauen und männer schwimmen zusammen synchron. vielleicht, so viel pathos darf sein, die sportart, die den schwul-lesbischen charakter der gay games am besten versinnbildlicht. alles andere ist ja doch mehr oder weniger nach geschlechtern getrennt.

wasserball! boah, ist das eine dynamische sportart, der wahnsinn, so kraftvoll, schnell, voller raffinesse und turbulenter action und dem ein oder anderen foul! die teams spielen kurze 6 minuten, vier mal, mit nur kleinen pausen. was man hier alles lernt! grad sind die teams aus amsterdam und west hollywood im wasser. hier gibt es etliche zuschauerinnen und zuschauer, die auch dann zugucken, wenn sie nicht wissen, wer da spielt. denn das kann man nirgends lesen, weder an der anzeigentafel noch auf den knappen badehosen. die amsterdamer tragen dafür werbung auf ihren höschen. für gayromeo. passenderweise auf dem arsch.

so, jetzt startet der dreisprung-wettbewerb. klingt spannend!? na, mal sehen, was geht, vielleicht doch lieber noch mal tanzen?

ah

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4. August 2010 – 10:47 Keine Kommentare
Gay Games 2010

dancingqueens!

kriegt man von zu vielem klatschen muskelkater in den händen? ja. denn ich hab welchen. und dabei war ich doch nur tanzen. okay: tanzen schauen. die tanzwettbewerbe haben einen extrem hohen schauwert. alles so schön bunt hier. die kostüme, ach, mal viel, mal weniger stoff, wallende kleider, hautenge anzüge und bodys, glitter hier, pailetten da. die musik geht so. je später der abend, desto ausgefallener die stücke. aber es kommt ja auch nur auf den rhythmus an. und natürlich die schritte, die drehungen, die haltung, die gesten, die mimik, eben aufs können. tanzen ist ein gesamtkunstwerk. und vielleicht die schwulste sportart überhaupt. deshalb präsentiert DU&ICH ja auch die tanzwettbewerbe. ehrlich: wir waren uns anfangs ja auch nicht sicher, ob es die passende sportart ist. sie ist es!

tanzen ist auch sehr lesbisch. und wie! die lesbischen tänzerinnen sind in der mehrzahl, auch gibt es mehr lesbische zauschauerinnen als schwule zuschauer. die buntesten, die ausgefallensten, die schönsten kostüme tragen lesbische tänzerinnen (die schwulen treten meist schnike, aber dröge im anzug/frack auf).

viele paare haben ihre unterstützerinnen und unterstützer aus den usa, dänemark, finnland, südafrika oder ungarn mitgebracht, die “ihre” paare frenetisch von tanz zu tanz begleiten. und es wird echt viel getanzt an so einen wettbewerbstag. von morgens ab halb zehn bis in den späten abend wird um den einzug ins finale gerungen. abends stehen die siegerehrungen an. eine nach der andern. gestern waren es gleich fünf an der zahl. verschiedene alters- und leistungsstufen machen das nötig. die tanzwettbewerbe sind wahrscheinlich die umfangreichsten der gay games. und die, die am meisten spaß machen. sie bieten spannung, spaß, emotionen, kraft und leidenschaft, es könnte sich im grund genommen auch um sex handeln – nur eben auf dem parkett.

es war ein tolles gefühl, den gewinnerinnen und gewinnern aus aller welt die hände zu schütteln, ihnen zu gratulieren und die bronze-, silber- und goldmedaillen zu überreichen!

ah

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4. August 2010 – 09:49 Keine Kommentare
Gay Games 2010

zu viele games

beim frühstück im hotel (viel eiweiß, gemüse, obst, gute kohlenhydrate, man isst hier sportlich) sprach ich mit tim. der kommt aus sydney und spielt in köln wasserball, ein komischer, aber sicher sexy sport. geh ich nachher mal gucken. tim hat erzählt, dass er zu allen gay games fährt, und manchmal auch zu den out games, nur letztes jahr in kopenhagen hat er ausgesetzt, “zu viel reisen” und “wird zu teuer” hat er als gründe genannt. “verstehst du, warum es immer noch zwei konkurrierende spiele gibt? du bist doch journalist”, hat tim gefragt. tja, journalisten wissen auch nicht alles.

jetzt folgt ein appell, mitten im gay games-trubel von köln: queer sportlerinnen und sportler der welt, vereinigt euch – wieder! denn ich kann nicht mehr erklären, dass es die schwul-lesbische olympiade gleich zweimal gibt. ich will auch nicht mehr. blickt ja eh keiner mehr durch. apropos journalisten: davon gibt es hier auch sehr viele. ständig rotten sie sich zusammen. verpasst man da nicht die eigentlichen spiele? ich bin lieber mittendrin. mal sehen, einmal probiere ich es auch und geh nachher zu so einer verkaufsveranstaltung, pressefrühstück genannt …

ach so: ich hab tim noch gefragt, wie er das sieht. ich finde ja, dass die gay games in köln fest in amerikanischer hand sind, was die teilnehmerzahlen angeht, die öffentliche präsenz und so. “finde ich auch”, hat tim mir diesen subjektiven eindruck bestätigt.

ah

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4. August 2010 – 00:21 Keine Kommentare
Gay Games 2010

versunken im bermuda-dreieck

leute, die kölner spinnen! erst schenken sie einem diese mini-bierchen namens kölsch ein (zugegeben: lecker), doch dann kommt von diesen 0,2-liter-reagenzröhrchen-gläsern eins nach dem andern … wer  nicht im training ist, muss sich a) schnell geschlagen geben oder b) verliert am ende auch so. muss man sportlich nehmen. oder us-amerikanisch: köln ist fest in ami-hand. tagsüber sind die amerikanerinnen und amerikaner auf den sportstätten in der überzahl, abends in den restaurants, kneipen etc. ebenso.

zurück zum bermudadreieck. so nennt sich – geometrisch nicht ganz korrekt – die schwule kneipen-meile von köln rund um den rudolfsmarkt. die kneipen tragen lustige namen wie mumu. sagt ja auch was aus. fünf bars und kneipen plus ein restaurant liegen hier dicht an dicht wie eine perlenschnur. also nicht im dreieck … zu den gay games gibt es hier allabendlich ein open-air-spektakel. international dazu. kannst du mal sehen, wie gut ihr das in berlin immer habt, sagte mir ein kollege, der für DU&ICH schreibt beim kölsch auf das temporäre interationale flair von köln bezug nehmend. stimmt, köln macht grad saugute laune! köln swingt.

das lockt auch promis an. nein, dirk bach oder so hab ich nicht gesehen. aber vor der mumu gesichtet: marco schreyl, zdf-moderator, der schon lange auf der “ist-doch-auch-schwul-”liste geführt wird. war das jetzt ein comig-out? huch, darf man bestimmt nicht schreiben. hm? vielleicht liest ja auch jemand bei bild unseren blog, der sich dann des themas (huch, genetiv nach so vielen kölsch)  annimmt. die haben mehr kohle und können sich bessere anwälte als wir leisten …

in dem sinne: ich tauch ab im bermuda-dreieck. morgen früh was zum thema tanzen. gute nacht nach deutschland!

ah

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3. August 2010 – 17:53 Keine Kommentare
Gay Games 2010

medaillen im minutentakt

okay, okay! natürlich darf man nicht allein auf taxi-fahrer bauen. war ja auch nur ein versuch. besser öffentlichen nahverkehr nehmen. der empfängt einen mit einer frohen “willkommen”-schleife auf allen anzeigentafeln in gleich mehreren sprachen. und überall im zentrum rund um heu- und neumarkt, aber auch weit ab von köllns quirliger mitte sind die plakate zu sehen, die die sportlerinnen und sportler aus aller welt willkommen heißen. auch geschäfte und restaurants locken mit dem slogan: we are part of it! klar, der rubel rollt, die gay games spülen viel geld in die kassen. “trink genussvoll”, sagt eine frau zu einer anderen und reicht ihr ein sprudelwasser in einem plastikbecher, “denn das ist goldwasser” – “wieso”   – “weil’s 2 euro kostet”. stimmt, das preisniveau ist hoch.

KölnAH1

die stimmung kocht. im netcologne-stadion fanden zwischen eins und zwei die finalläufe über 100 meter statt, frauen und männer, alle altersklassen. starts und viel beklatschte zielgeraden am laufband. bei den frauen teilen sich die deutschen und die us-amerikanischen gewinnerinnen die goldmedaillien. schade, dass man die namen nur per ausdruck direkt im stadion einsehen kann, nicht online.

KölnAh2

KölnAH3

derweil lief im hintergrund der hammerwurf-wettbewerb  – komische sportart. nebenan wurde hoch gesprungen. das alles ging bei schönstem wetter über die bühne. die tribüne übrigens war mit aktiven gut besetzt. andere zaungäste gab es dagegen kaum. schön war zu sehen: hier starten alle. egal, wie alt sie sind. egal, wie gut sie sind. und alle haben ihren spaß. und alle bekommen etwas ab vom applaus, der erstplatzierte genauso wir die allerletzte, die sich deutlich abgefallen ins ziel schleppt. aber auch die ganz fitten geben nicht immer eine gute figur ab, stolpern bei den letzten metern und fallen erschöpft hinter dem ziel um. hier kämpft jeder einen kampf – den gegen sich selbst (natürlich auch gegen die anderen). es macht spaß, zuzusehen. ja, ich bekomme lust, da mal mitzumachen. eigentlich bin ich unsportlich. aber hier und so? merkwürdige gedanken. am schönsten haben es die starterinnen und starter in den ganz hohen altersklassen ab 70 jahren. wenn sie ganz allein oder zu zweit starten, ist jedem eine medaille sicher!

KölnAh4

beim tischtennis ist der fun-faktor noch deutlicher, weil die sportlerinnen und sportler hier fast alle so aussehen wie ich: ein bisschen mollig, alles keine sprintertypen, sportlicher bewegung mit spaßfaktor aber nicht abgeneigt. hier wird ja zu zweit gespielt. die spielpaare genügen sich. vielleicht sitzen hier deshalb überhaupt keine zuschauer. die hätten gar keinen sinn. wie das wohl gestern bei den bodybuildern war? leider verpasst. die posen nur an einem tag. kostete auch eintritt, wo doch sonst fast alles umsonst zum zuschauen ist. ist das überhaupt eine sportart? und was ist mit schach – und brigde? versuche ich morgen zu erkunden.

umsonst und draußen gibt es tagsüber und abends auch auf den drei open-air-areas viel zu sehen. heute nachmittag hüpften sich us-amerikanische cheerleader auf dem neumarkt mit merkwürdig eingefrorenem lächeln die seele aus dem leib. von nahem sah das nicht mehr schön aus, macht aber schon was her. es gab viel beifall und sicher auch allerhand spenden für die kölner aids-hilfe, für die gesammelt wurde. am anderen ende des platzes gab es eine lesung. eine lesbische autorin erzählte vom coming-out in der turnhalle, feuchten küssen und so, derweil draußen vorm zelt in hörweite bratwurst für 3 euro das stück verkauft wurde. hier am neumarkt verschmolzen nicht-sportler und sportler, heten und viel queer volk zu einem irgendwie schönen gebräu – darauf ein kölsch und eine pause, nachher wird getanzt, einen halben abend lang! ach, und grad fängt es an zu schiffen was das zeug hält …

ah

KölnAH5

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3. August 2010 – 13:20 Keine Kommentare
Gay Games 2010

“sind das die schwulen!?”

danke, gudrun, die staffelübergabe hat geklappt (wir reichen uns den surfstick übers hotelpersonal weiter)! jetzt ich also.

eigentlich hab ich urlaub, bin aber grad in hessen, und da ist der weg nach köln nicht weit … meine gastgeber lesen die bild am sonntag, schlimmes blatt, aber dachte, schau ich mal rein, ob die gay games eine rolle spielen. nö. außer dass gudio westerwelle (foto: er und sein freund, nix sportler oder so) die “schwulen-spiele” eröffnet hat. lesben turnen laut bild also nicht mit. die tauchen dafür ganz korrekt am montag morgen in der lokalzeitung auf, als dort ganz easy, informativ und erstaunlich korrekt über die gay games-eröffnung geschrieben wurde. von wegen piefige provinz.

na ja, kann man so und so sehen. in köln heute mittag um 12 angekommen: fehlanzeige. kein willkommensbanner, keine regenbogenfahnen. mache ich eben den taxi-test. heisst es doch immer: taxi-fahrer kennen sich aus. kurze fahrt zum hotel. kurze frage: kennen sie die gay games? fragt der fahrer einen tick zu laut zurück: das mit den schwulen? ich sag ja. er erwidert: ne, will ich nichts mit zu tun haben, ist mir egal, kenn ich nicht. – und: sind sie schwul? ja, sag ich, und muss ich jetzt aussteigen oder was? nein, nein, mein taxifahrer hat nichts gegen schwule und lesben, sagt er, er will nur ruhige fahrgäste und sein geld verdienen, nur besoffene fussballfans mag er nicht. hab noch eine frage gestellt: der fahrer kommt ursprünglich aus dem irak. halt nur ne stichprobe.

so, jetzt reins ins getümmel. später mehr. sport frei!  oder wie sagt man das gleich noch mal auf englisch?

ah

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