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4. August 2010 – 09:49 Keine Kommentare
Gay Games 2010

zu viele games

beim frühstück im hotel (viel eiweiß, gemüse, obst, gute kohlenhydrate, man isst hier sportlich) sprach ich mit tim. der kommt aus sydney und spielt in köln wasserball, ein komischer, aber sicher sexy sport. geh ich nachher mal gucken. tim hat erzählt, dass er zu allen gay games fährt, und manchmal auch zu den out games, nur letztes jahr in kopenhagen hat er ausgesetzt, “zu viel reisen” und “wird zu teuer” hat er als gründe genannt. “verstehst du, warum es immer noch zwei konkurrierende spiele gibt? du bist doch journalist”, hat tim gefragt. tja, journalisten wissen auch nicht alles.

jetzt folgt ein appell, mitten im gay games-trubel von köln: queer sportlerinnen und sportler der welt, vereinigt euch – wieder! denn ich kann nicht mehr erklären, dass es die schwul-lesbische olympiade gleich zweimal gibt. ich will auch nicht mehr. blickt ja eh keiner mehr durch. apropos journalisten: davon gibt es hier auch sehr viele. ständig rotten sie sich zusammen. verpasst man da nicht die eigentlichen spiele? ich bin lieber mittendrin. mal sehen, einmal probiere ich es auch und geh nachher zu so einer verkaufsveranstaltung, pressefrühstück genannt …

ach so: ich hab tim noch gefragt, wie er das sieht. ich finde ja, dass die gay games in köln fest in amerikanischer hand sind, was die teilnehmerzahlen angeht, die öffentliche präsenz und so. “finde ich auch”, hat tim mir diesen subjektiven eindruck bestätigt.

ah

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4. August 2010 – 00:21 Keine Kommentare
Gay Games 2010

versunken im bermuda-dreieck

leute, die kölner spinnen! erst schenken sie einem diese mini-bierchen namens kölsch ein (zugegeben: lecker), doch dann kommt von diesen 0,2-liter-reagenzröhrchen-gläsern eins nach dem andern … wer  nicht im training ist, muss sich a) schnell geschlagen geben oder b) verliert am ende auch so. muss man sportlich nehmen. oder us-amerikanisch: köln ist fest in ami-hand. tagsüber sind die amerikanerinnen und amerikaner auf den sportstätten in der überzahl, abends in den restaurants, kneipen etc. ebenso.

zurück zum bermudadreieck. so nennt sich – geometrisch nicht ganz korrekt – die schwule kneipen-meile von köln rund um den rudolfsmarkt. die kneipen tragen lustige namen wie mumu. sagt ja auch was aus. fünf bars und kneipen plus ein restaurant liegen hier dicht an dicht wie eine perlenschnur. also nicht im dreieck … zu den gay games gibt es hier allabendlich ein open-air-spektakel. international dazu. kannst du mal sehen, wie gut ihr das in berlin immer habt, sagte mir ein kollege, der für DU&ICH schreibt beim kölsch auf das temporäre interationale flair von köln bezug nehmend. stimmt, köln macht grad saugute laune! köln swingt.

das lockt auch promis an. nein, dirk bach oder so hab ich nicht gesehen. aber vor der mumu gesichtet: marco schreyl, zdf-moderator, der schon lange auf der “ist-doch-auch-schwul-”liste geführt wird. war das jetzt ein comig-out? huch, darf man bestimmt nicht schreiben. hm? vielleicht liest ja auch jemand bei bild unseren blog, der sich dann des themas (huch, genetiv nach so vielen kölsch)  annimmt. die haben mehr kohle und können sich bessere anwälte als wir leisten …

in dem sinne: ich tauch ab im bermuda-dreieck. morgen früh was zum thema tanzen. gute nacht nach deutschland!

ah

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3. August 2010 – 17:53 Keine Kommentare
Gay Games 2010

medaillen im minutentakt

okay, okay! natürlich darf man nicht allein auf taxi-fahrer bauen. war ja auch nur ein versuch. besser öffentlichen nahverkehr nehmen. der empfängt einen mit einer frohen “willkommen”-schleife auf allen anzeigentafeln in gleich mehreren sprachen. und überall im zentrum rund um heu- und neumarkt, aber auch weit ab von köllns quirliger mitte sind die plakate zu sehen, die die sportlerinnen und sportler aus aller welt willkommen heißen. auch geschäfte und restaurants locken mit dem slogan: we are part of it! klar, der rubel rollt, die gay games spülen viel geld in die kassen. “trink genussvoll”, sagt eine frau zu einer anderen und reicht ihr ein sprudelwasser in einem plastikbecher, “denn das ist goldwasser” – “wieso”   – “weil’s 2 euro kostet”. stimmt, das preisniveau ist hoch.

KölnAH1

die stimmung kocht. im netcologne-stadion fanden zwischen eins und zwei die finalläufe über 100 meter statt, frauen und männer, alle altersklassen. starts und viel beklatschte zielgeraden am laufband. bei den frauen teilen sich die deutschen und die us-amerikanischen gewinnerinnen die goldmedaillien. schade, dass man die namen nur per ausdruck direkt im stadion einsehen kann, nicht online.

KölnAh2

KölnAH3

derweil lief im hintergrund der hammerwurf-wettbewerb  – komische sportart. nebenan wurde hoch gesprungen. das alles ging bei schönstem wetter über die bühne. die tribüne übrigens war mit aktiven gut besetzt. andere zaungäste gab es dagegen kaum. schön war zu sehen: hier starten alle. egal, wie alt sie sind. egal, wie gut sie sind. und alle haben ihren spaß. und alle bekommen etwas ab vom applaus, der erstplatzierte genauso wir die allerletzte, die sich deutlich abgefallen ins ziel schleppt. aber auch die ganz fitten geben nicht immer eine gute figur ab, stolpern bei den letzten metern und fallen erschöpft hinter dem ziel um. hier kämpft jeder einen kampf – den gegen sich selbst (natürlich auch gegen die anderen). es macht spaß, zuzusehen. ja, ich bekomme lust, da mal mitzumachen. eigentlich bin ich unsportlich. aber hier und so? merkwürdige gedanken. am schönsten haben es die starterinnen und starter in den ganz hohen altersklassen ab 70 jahren. wenn sie ganz allein oder zu zweit starten, ist jedem eine medaille sicher!

KölnAh4

beim tischtennis ist der fun-faktor noch deutlicher, weil die sportlerinnen und sportler hier fast alle so aussehen wie ich: ein bisschen mollig, alles keine sprintertypen, sportlicher bewegung mit spaßfaktor aber nicht abgeneigt. hier wird ja zu zweit gespielt. die spielpaare genügen sich. vielleicht sitzen hier deshalb überhaupt keine zuschauer. die hätten gar keinen sinn. wie das wohl gestern bei den bodybuildern war? leider verpasst. die posen nur an einem tag. kostete auch eintritt, wo doch sonst fast alles umsonst zum zuschauen ist. ist das überhaupt eine sportart? und was ist mit schach – und brigde? versuche ich morgen zu erkunden.

umsonst und draußen gibt es tagsüber und abends auch auf den drei open-air-areas viel zu sehen. heute nachmittag hüpften sich us-amerikanische cheerleader auf dem neumarkt mit merkwürdig eingefrorenem lächeln die seele aus dem leib. von nahem sah das nicht mehr schön aus, macht aber schon was her. es gab viel beifall und sicher auch allerhand spenden für die kölner aids-hilfe, für die gesammelt wurde. am anderen ende des platzes gab es eine lesung. eine lesbische autorin erzählte vom coming-out in der turnhalle, feuchten küssen und so, derweil draußen vorm zelt in hörweite bratwurst für 3 euro das stück verkauft wurde. hier am neumarkt verschmolzen nicht-sportler und sportler, heten und viel queer volk zu einem irgendwie schönen gebräu – darauf ein kölsch und eine pause, nachher wird getanzt, einen halben abend lang! ach, und grad fängt es an zu schiffen was das zeug hält …

ah

KölnAH5

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3. August 2010 – 13:20 Keine Kommentare
Gay Games 2010

“sind das die schwulen!?”

danke, gudrun, die staffelübergabe hat geklappt (wir reichen uns den surfstick übers hotelpersonal weiter)! jetzt ich also.

eigentlich hab ich urlaub, bin aber grad in hessen, und da ist der weg nach köln nicht weit … meine gastgeber lesen die bild am sonntag, schlimmes blatt, aber dachte, schau ich mal rein, ob die gay games eine rolle spielen. nö. außer dass gudio westerwelle (foto: er und sein freund, nix sportler oder so) die “schwulen-spiele” eröffnet hat. lesben turnen laut bild also nicht mit. die tauchen dafür ganz korrekt am montag morgen in der lokalzeitung auf, als dort ganz easy, informativ und erstaunlich korrekt über die gay games-eröffnung geschrieben wurde. von wegen piefige provinz.

na ja, kann man so und so sehen. in köln heute mittag um 12 angekommen: fehlanzeige. kein willkommensbanner, keine regenbogenfahnen. mache ich eben den taxi-test. heisst es doch immer: taxi-fahrer kennen sich aus. kurze fahrt zum hotel. kurze frage: kennen sie die gay games? fragt der fahrer einen tick zu laut zurück: das mit den schwulen? ich sag ja. er erwidert: ne, will ich nichts mit zu tun haben, ist mir egal, kenn ich nicht. – und: sind sie schwul? ja, sag ich, und muss ich jetzt aussteigen oder was? nein, nein, mein taxifahrer hat nichts gegen schwule und lesben, sagt er, er will nur ruhige fahrgäste und sein geld verdienen, nur besoffene fussballfans mag er nicht. hab noch eine frage gestellt: der fahrer kommt ursprünglich aus dem irak. halt nur ne stichprobe.

so, jetzt reins ins getümmel. später mehr. sport frei!  oder wie sagt man das gleich noch mal auf englisch?

ah

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3. August 2010 – 12:19 Keine Kommentare
Gay Games 2010

Bye bye Köln, hello Andreas!

Berlin/letzter Blogeintrag/reiche den Staffelstab hiermit an Andreas weiter …viel Spaß dort, lieber Kollege!

„Wir“ waren gestern Abend sogar in den Tagesthemen auf ARD. Es gab einen kleinen informativen Bericht über die Gay Games. Natürlich waren auch hier wieder paartanzende Männer interessanter als paartanzende Frauen, außerdem wurde Paul, der älteste Teilnehmer der Gay Games, vorgestellt. Ist halt immer noch eher ein medialer Aufreger, wenn Männer sich so wahnsinnig „unmännlich“ verhalten und cheerleaden oder als Paar tanzen. Auch kein leichtes Schicksal, so als schwuler Mann durch die Welt zu gehen. Damit aber noch ein paar Lesben – die ebenfalls viel Spaß bei den Gay Games haben –, ins Bild rücken, hier noch zwei Bilder von der L-MAG Tanzbar in der blue lounge. Hier spielten am Sonntag Abend JUSi (Jutta Keller und Sybille Laux, www.jusi-music.com), danach wurde abgefeiert.

jusi1

jusi2

Nochmal für alle Mädels, die in Köln sind oder noch hinfahren:

WomenSpace jeden Nachmittag bis Abends auf dem Neumarkt
Clubbing im Gloria: Jeden Abend im Gloria, buntes Kulturprogramm mit Marion Scholz
L-MAG Tanzbar, jeden Abend, 21-22Uhr Show, danach Party

Soweit aus meiner Sicht.

Sport und Kultur in Köln: sehr gut!
Internationales Flair: sehr gut!
Politisches: könnte noch ein wenig präsenter sein, gerade mit all den internationalen Gästen.
Lesben: VOR DIE KAMERA!

Die Berichterstatterin hatte auch Spaß in Köln und versuchte sich vor der Moderation an der Luftgitarre …

tschö,

gf

tanzbar

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2. August 2010 – 20:18 Keine Kommentare
Allgemein

Köln: da geht noch was!

Berlin/nach dem Gay Games Trip

Sehr schön. Der Blog wird auch gelesen! So schrieb mir ein Köln-Insider, dass das Feierniveau noch zu wünschen übrig lässt:

„Anders als beim jährlichen CSD, wo jede Dönerbude die Regenbogenflagge hisst, wissen die Kölner scheinbar nichts oder nur wenig über die Gay Games. Sonst wäre die Stimmung in der Stadt noch viel besser. Haben die Organisatoren zwar weltweit informiert, aber die eigene Stadt vergessen? Wenn die Kölner und Kölnerinnen erst mal mitkriegen, dass es am Rudolfplatz und am Neumarkt Kölsch und Musik gibt, werden die Besucher erleben, was rheinische Gastfreundschaft ist. Der Tipp: Gay Cologne Carneval heute und morgen ab 19 Uhr auf dem Neumarkt. Singen und Schunkeln garantiert!“

Wie das dann aussehen kann, schickte er auch gleich mit:
Straßenfest1

Straßenfest2

„Das Straßenfest am Samstag im Bermudadreicke hatte es in sich. Auch wenn schon um 22 Uhr die Musik abgedreht wurde (warum eigentlich? Die paar Anwohner hätten sicher mitgefeiert) war die Stimmung bestens. Einer der Höhepunkte war ein spontaner Cheerleading-Contest mit Jungs und Mädels ganz weit hochheben. Den ,Ausziehen!Ausziehen!’-Rufen konnte ein gut gebauter Sportler denn auch nicht wiederstehen … “

Unter der 22 Uhr deadline litten am Samstag übrigens auch die Mädels vom WomenSpace auf dem Neumarkt. Bis 23 Uhr sollte das Zelt ursprünglich offen sein, wogegen auch hier entschlossen vorgegangen wurde. Doch angeblich wurden heute hochoffizielle Gespräche dazu geführt. Viel Erfolg!

Da würde man doch am liebsten gleich wieder den Zug zurück nach Köln nehmen …

Morgen gibts noch ein paar Tipps für den aus Köln weiterberichtenden Kollegen Andreas Hergeth, Chefredakteur der DU&ICH, dem ich jetzt schon rate gutes Schuhwerk und eine ausreichende Mütze Schlaf mitzunehmen,

bis dann
sportlich

gf

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