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8. August 2010 – 12:51 2 Kommentare
Gay Games 2010

Teamgeist

 

Ich durfte den Fußballerinnen die Medaillen umhängen. Nur geküsst, wie bei den Turnieren im Fernsehen, wurde leider nicht...

Ich durfte den Fußballerinnen die Medaillen umhängen. Nur geküsst, wie bei den Turnieren im Fernsehen, wurde leider nicht...

 

Es ist geschafft. Köln und ich sind gerädert von so viel Sport, Menschen, Party und Reizüberflutung. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es gefälligst auch Medaillen für meinen Sport, die Partys gibt. Schließlich hieß das Motto doch „Be part of it” und da habe ich mir alle Mühe gegeben dies zwischenmenschlich auch umzusetzen. Und ich bin sicher, mit der Aussicht auf eine Medaille hätte ich noch mehr Kölsch geschafft zu trinken.
Gestern fanden die Gay Games also ihren Abschluss mit der als „emotionale Abschlussfeier“ angekündigten selben am Tanzbrunnen. Ich bin ja nicht so fürs emotionale, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass auch sonst irgendjemand diese glanzlose Feier emotional fand. Egal, die Massen aus aller Welt waren bester Laune – und die Kölner und Kölnerinnen sowieso –  wie schon die ganze Zeit während dieser Gay Games. Solange alle „Viva Colonia” singen oder gröhlen können, war die Welt hier einfach in Ordnung.
Da die Wettkämpfe nun vorbei waren, schienen vor allem die Frauen am letzten Abend sehr viel gelöster. Das Bier im Women Place wurde bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken, leider bereits zu einem Zeitpunkt, da einige noch gar nicht mit dem Trinken und Feiern fertig waren (auch das allgegenwärtige Ordnungsamt hatte mal wieder kein Verständnis für die Musik und die feiernde Masse). Ich muss schon sagen, wieder mal waren es vor allem Fußballerinnen, die trotz ihres enormen Sport-Pensums auch beim Feiern ganz vorne lagen. Wenn ich 50 Jahre jünger wäre, würde ich glatt eine Fußball-Karriere starten wollen. Oder gibt es da draußen nicht vielleicht ein 100+ Team, wo ich noch einsteigen könnte?
Das mit den Teams bei denen eingestiegen wird, ist bei den Gay Games ja besonders kurios: Viele Teams reisen gar nicht vollständig an und finden weitere Mitspielerinnen und Mitspieler dann erst vor Ort und aus aller Welt. Eine tolle Sache! Mir scheint bei den Mannschaften sind die wenigsten aus dem Land oder der Stadt für die sie antreten. Es geht also angenehmerweise auch ohne Nationalstolz.
Dennoch sind manche Zugehörigkeiten und Teammerkmale ja auch eine schöne Sache. So hat das Team Hamburg für seine feschen Matrosenpullover als Teamoutfit eigentlich auch eine Goldmedaille verdient. Ich habe mehrere Leute getroffen, die für so einen Pullover mit jemandem aus Hamburg durchaus Sex gehabt hätten. Tja, liebes Team Hamburg, da habt ihr einige Chancen vertan…
Wie kann man das Geschehen nun abschließend zusammenfassen? Eine gut gelaunte Stadt, eine etwas holprige Organisation, eine hoch motivierte Masse an freiwilligen Helferinnen und Helfern und dazu eine nicht zu stoppende Meute aus aller Welt, die angetreten war, sich die Knochen zu ruinieren. Was vielen, den Krücken und Verbänden nach zu urteilen, auch gelang. 
Die nächsten Gay Games werden 2014 in Cleveland sein (Cleveland? Where the fuck is Cleveland???) Das werden dann vielleicht auch die letzten Gay Games sein, denn man ist ja entschlossen, die Gay Games und die sich 2006 abgespaltenen Outgames wieder zusammen zu führen. Sinnvoll aber aussichtslos schätze ich. Egal, ich werde jetzt ganz bestimmt anfangen, Sport zu machen, damit ich endlich auch mal mit einem Team zu solchen Games fahren kann. Wer also eine unsportliche Partylöwin als Teamverstärkung braucht – meldet euch. Die nächsten Euro-, Out- oder Gay Games stehen praktisch vor der Tür. Und ich freue mich drauf.
Manuela Kay

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2 Kommentare

  1. 10. August 2010 — 11:34 | Lesezeichen

    Echt schöne Beitrag, macht richtig Spaß zu lesen. Danke :)
    Gruß Larissa

  2. Bettina
    8. August 2010 — 15:53 | Lesezeichen

    Fußballkarriere??? Ich dachte Du wolltest bei den nächsten Outgames den Weltrekord im Fliegenfischen aufstellen…Passt doch auch viel besser.

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