Der Wahnsinn geht weiter… Zwischen Sportstätten und Partys hin und her eilend fühlt man sich einfach mega-sportlich. Auch wenn nur zuschauen ehrlich gesagt ein bisschen einsam ist. Die Gay Games sind eher ein Spaß für die Aktiven scheint es. Zumal die ja immer wissen, wo sie hin müssen – im Gegensatz zu den umherirrenden Zuschauern. Wenn auch die Anfangszeiten mitunter überraschenderweise vorverlegt werden und die Ärmsten morgens um 9 Uhr antreten müssen. Wie schaffen die das nur nachts dann auch noch so vielfach auf die Partys zu gehen?
Ich erinnere mich, schon bei meinem letzten Sport-Großereignis, den Outgames in Montreal 2006, hatte ich mir fest vorgenommen, endlich Sport zu machen um bei solchen Games mitmachen zu können. Tja, irgendwie kam es wohl nie dazu… Die viele Arbeit in der Redaktion, der Haushalt und so… man kommt ja zu nichts. Aber vielleicht jetzt? Ich bin zwar total unsportlich, aber falls irgendein Team Verwendung für mich hat – ich bin dabei! Bis zu den nächsten Games 2013 (Outgames Antwerpen) oder 2014 (Gay Games Cleveland) könnte selbst ich fit werden… Vielleicht nicht unbedingt morgens um 9 Uhr – ok?!?
Meike Gottschalk (rechts) mit ihrer Film-Gespielin Mira Herold posieren für ihre Serie „Emma Stahl"
Gar nichts mit Sport (außer man betrachtet die Jagd auf Frauen auch als Sport) haben die „Lesbian Theatre Nights“ im Kölner Filmhaus zu tun. Hier werden an zwei Tagen die spätestens seit „L Word” beliebten lesbischen Internet-Mini-Serien im Kino präsentiert. Und davon gibt es in letzter Zeit ja jede Menge. (Komisch eigentlich, dass es so was für Schwule nicht gibt. Gucken die tatsächlich lieber nur „Golden Girls“?) Die Webserien reichen jedenfalls von den „L Word“-lastigen Episoden über eine Clique schwarzer Lesben in Florida in der „The Lovers and Friends Show“, über die urkomische Suche nach einer neuen Freundin in „Seeking Simone“ bis hin zum deutschen Krimi „Emma Stahl”. Letzterer ist noch in der Planungsphase (l-mag.de und L-MAG berichteten) und sucht nach Finanzierung. Der Trailer von „Emma Stahl“ mit Meike Gottschalk in der Rolle der toughen lesbischen Polizistin ist jedenfalls sehr viel versprechend. Kommt genug Geld aus der Community zusammen, soll es nächstes Jahr die Serie endlich zu sehen geben, versprach Produzentin Sandra Uredat gestern im Filmhaus. Hauptdarstellerin Meike Gottschalk posierte schonmal mit Mira Herold, die eine der vielen Gespielinnen von Emma Stahl geben wird. Mädels, ich denke, wer ein bisschen Geld übrig hat, sollte in diese Serie investieren! (Heute um 18.30 Uhr gibt es den zweiten Teil der „Lesbian Theatre Nights“ im Filmhaus Köln)
Am Abend ging dann der Partysport weiter: In der L-MAG Tanzbar rockten die Sistern den Laden. Das fühlte sich eher nach einer angesagten Soul-Bar voller ausgelassener Lesben irgendwo in den USA an, als in Köln. Aber bei den Gay Games ist eben alles möglich… Außer vielleicht, Lesben die nicht Teil eines Pärchens sind zu treffen. Meine neuste Theorie: Man darf sich als Frau nur als Pärchen bei den Games anmelden. Oder gibt es vielleicht einen Pärchen-Rabatt? Die sprichwörtlich geizigen Lesben (die, wie wir wissen meist gar nicht so sind) haben sich vielleicht nur aus Rabatt-Gründen zusammen getan? Wir kennen das ja aus dem L-MAG-Alltag: Um das gemeinsame Abo nicht zu verlieren, bleiben manche Paare ja noch jahrelang zusammen.
Vielleicht finde ich ja heute Abend auf der großen, von L-MAG präsentierten Lesbenparty „Triumph & Temptations“ im Stollwerck eine Antwort. Wer mir das Gay-Games-Pärchen-Phänomen einleuchtend erklären kann spricht mich bitte auf der Party an. Es gibt ein L-MAG-Abo zu gewinnen!
Jetzt gehe ich los zum Frauen-Fußball-Finale und freue mich auf ein spannendes Endspiel.
Manuela Kay











3 Kommentare
Mal ehrlich: Googlenutzung ist nicht ernstzunehmende pc research bzgl. Themen; da wird die Information, die auf Interview durch das Magazin beruht, sicherlich schon die Neueste und Glaubwürdigste sein. – Aber warum wird auch für unsere kleine Zielgruppe “Lesben” auf dem Sereinsektor immer eher nur seichte soap Unterhaltung produziert; sollen nun auch sogar wir nur noch mit kitschigen Kleinserien abgespeist werden? Ich will ordentlich gemachte Actionfilme und Pornos gucken! Dafür würde es sich eventuell auch einmal lohnen, Geld zu investieren; aber nicht für Serien.
Liebe Wulle,
was heißt denn „kritischer Journalismus” in diesem ZUsammenhang für dich? Bei Google anchgucken? Ich habe persönlich mit Produzentin und Hauptdarstellerin gesprochen, die planen die Serie an den Start zu bringen, und sammeln Geld dafür, so haben sie mir das live und offiziell gesagt. Vielleicht ist ja das was du bei Google gelesen hast nicht mehr der neueste Stand?
Manuela
Betrifft: Emma Stahl. Ist das jetzt ernst? Etwas mehr kritischen Journalismus hätte ich Euch schon zugetraut. Ich habe das mal mit google gemacht: Seit einem Jahr haben drei (!) Autoren entnervt und ohne Geld das Handtuch geworfen. Mindestens einer erhebt Ansprüche, sollten seine Bücher verwendet werden.
Die Wulle